Passivhaus: Wärmebrücken vermeiden!
Die Thermografie bei Wärmebrücken ist aber leider nicht während der Bauphase zu gebrauchen, da sie ein fertig gebautes, beheiztes Haus benötigt. Sie ist jedoch geeignet zur Beurteilung nach Fertigstellung oder zur Beurteilung gebrauchter Passivhäuser. Daher kann man Wärmebrücken nur vermeiden, wenn alle Bauteile bereits in der Planung auf Wärmebrückenfreiheit hin optimiert wurden.
Die Anfälligkeit für Wärmebrücken steigt mit der Zahl der verwendeten Baustoffe. Insbesondere die Übergänge von verschiedenen Baustoffen und Bauteilen sind die Problemzonen bei der Wärmedämmung . Für eine Bauweise ohne Wärmebrücken sollte daher ein weitgehend homogenes Bausystem mit möglichst vielen bereits bestehenden Detaillösungen für potentielle Wärmebrücken verwendet werden.
Was sind die häufigsten Wärmebrücken beim Hausbau?
Die Art der Wärmebrücken beim Passivhaus unterscheidet sich nur wenig von denen bei konventionellen Häusern. Nur beim Passivhaus können diese Wärmebrücken nicht durch eine höhere Heizlast kompensiert werden. In konventionellen Häusern werden Wärmebrücken mit höherer Heizlast und damit höheren Verbrauchskosten bezahlt.Typische Wärmebrücken beim Passivhaus:
- Anschluß von Fensterrahmen an Mauerwerk nicht luftdicht
- Fenster befinden sich nicht in der Dämmebene
- Fensterlaibung nicht überdämmt
- Rolladenkästen allgemein (es gibt mittlerweile aber auch passivhaustaugliche Rolladenkästen!)
- Stürze über Fenster und Türen bestehen aus anderem Material (z.B. Haus aus Porenbeton, Sturz ganz aus Beton. Lösung: Es gibt auch U-Schalen aus Porenbeton)
- Deckenplatte bis zum Rand ausgeführt, Deckenrand nicht gedämmt
- Keller nicht von unten gedämmt
- Kellerwände nicht ausreichend gedämmt
- Kellerlichtschächte und Kellerfenster
- Gebäudehülle wird durchstoßen: Abwasserentlüfter (Lösung: Es gibt Unterdachentlüfter)
- Abgasrohr/Kamin (Ein Passivhaus mit Schornstein ist kein Passivhaus ;-)
- Außenwasserhahn wird direkt durch die Wand geführt (Besser: Aus dem Keller ins Erdreich gedämmt geführt und dann nach oben)
- Ungedämmte Ver- und Entsorgungsleitungen
- Zu viele Entsorgungsleitungen (Lösung: zentrale Installationsebene, Eine-maximal zwei (Reserve) Entsorgungsleitungen verlassen das Haus)
Außerdem sollte beim Passivhaus unbedingt beachtet werden:
Kein Bauteil von außen direkt mit dem tragenden Mauerwerk verbinden. Hierfür müßte die dicke Isolierung geöffnet werden und Dübel mit Mauerankern verbinden dann das Mauerwerk mit der Außenluft. Alle Anbauten wie Balkone oder Regendächer am besten immer als selbsttragende Konstruktion vor die Wand setzen - nur so lassen sich Wärmebrücken beim Passivhaus vollständig vermeiden.