Passivhaus: Wärmebrücken vermeiden!

Die Wärmebrücke ist ein ernstzunehmender Gegner eines jeden Passivhaus-Planers und –Bauherren. Eine Wärmebrücke leitet unerwünscht die nur begrenzt vorhandene Heizungsenergie über Schwachstellen in der Gebäudedämmung nach außen. Sehr anschaulich können derartige Wärmebrücken mit thermografischen Bildern dargestellt werden. Hierbei wird das geheizte Haus entweder von außen mit einer Spezialkamera fotografiert, wobei die wärmeren Stellen meist rot dargestellt werden oder von innen, wobei die kälteren Stellen die Abkühlung durch die Außenluft anzeigen und meist blau dargestellt werden.

Die Thermografie bei Wärmebrücken ist aber leider nicht während der Bauphase zu gebrauchen, da sie ein fertig gebautes, beheiztes Haus benötigt. Sie ist jedoch geeignet zur Beurteilung nach Fertigstellung oder zur Beurteilung gebrauchter Passivhäuser. Daher kann man Wärmebrücken nur vermeiden, wenn alle Bauteile bereits in der Planung auf Wärmebrückenfreiheit hin optimiert wurden.

Die Anfälligkeit für Wärmebrücken steigt mit der Zahl der verwendeten Baustoffe. Insbesondere die Übergänge von verschiedenen Baustoffen und Bauteilen sind die Problemzonen bei der Wärmedämmung . Für eine Bauweise ohne Wärmebrücken sollte daher ein weitgehend homogenes Bausystem mit möglichst vielen bereits bestehenden Detaillösungen für potentielle Wärmebrücken verwendet werden.

Was sind die häufigsten Wärmebrücken beim Hausbau?

Die Art der Wärmebrücken beim Passivhaus unterscheidet sich nur wenig von denen bei konventionellen Häusern. Nur beim Passivhaus können diese Wärmebrücken nicht durch eine höhere Heizlast kompensiert werden. In konventionellen Häusern werden Wärmebrücken mit höherer Heizlast und damit höheren Verbrauchskosten bezahlt.
Typische Wärmebrücken beim Passivhaus:
Außerdem sollte beim Passivhaus unbedingt beachtet werden:
Kein Bauteil von außen direkt mit dem tragenden Mauerwerk verbinden. Hierfür müßte die dicke Isolierung geöffnet werden und Dübel mit Mauerankern verbinden dann das Mauerwerk mit der Außenluft. Alle Anbauten wie Balkone oder Regendächer am besten immer als selbsttragende Konstruktion vor die Wand setzen - nur so lassen sich Wärmebrücken beim Passivhaus vollständig vermeiden.