Definition Passivhaus
Verbreitete Definition: Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das unter 15 kWh pro Quadratmeter an Heizwärme pro Jahr benötigt.
Zusätzlich müssen noch weitere Kriterien erfüllt werden, wie z. B. die Luftdichtheit der Gebäudehülle. Genaueres zur offiziellen Definition vom Passivhaus erfahren Sie vom Passivhaus-Institut.
Bei einem Passivhaus mit 150 m² Wohnfläche darf also nicht mehr als 150 x 15 = 2250 Kilowattstunden für die Heizung des Gebäudes aufgewendet werden. Wie wenig das ist, fällt erst im Vergleich zum bestehenden Gebäuden auf:
Ein Altbau benötigt über 200 kWh/m², aber selbst ein Neubau nach der Energieeinsparverordnung 2002 kommt noch auf ca. 70 kWh/m² - das sind mehr als dreimal so hohe Heizkosten.
Daraus ist aber auch zu erkennen, daß auch ein Passivhaus geheizt werden muß – wenn auch extrem wenig. Ganz ohne Heizung geht es nicht. Wer meint, ein Passivhaus sei ein „Haus ohne Heizung“, hat entweder keine Ahnung oder ist auf zweifelhaftem Kundenfang - meist aber beides. Dazu mehr unter Mythen und Vorurteile zum Thema Passivhaus.
Weil die Heizleistung in einem Passivhaus so gering ist, müssen alle Komponenten bei einem Passivhaus gut gedämmt sein. Neben der Wanddämmung und Dachdämmung sind spezielle Passivhausfenster , Passivhaustüren und eine Lüftungsanlage das wesentliche Merkmal von einem Passivhaus.
War bisher ein Passivhaus ausschließlich über eine Erwärmung der Zuluft beheizt, geht man mittlerweile eher wieder den Weg der Trennung von Lüftung und Heizung, um eine Zonierung der Temperaturen zu ermöglichen (Bad wärmer, Schlafzimmer kühler).
Wie bei allen Themen gibt es strikte Befürworter und strikte Gegner – so auch zum Thema Passivhaus. Die einen sprechen von sinnlosem Dämmstoffwahn, die anderen sehen es als die einzig sinnvolle Möglichkeit, auf Lebenszeit nicht mehr von den steigenden Energiekosten abhängig zu sein.