Luftdichtheit im Passivhaus

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist gerade beim Passivhaus enorm wichtig. Kann bei herkömmlichen Hausarten eine undichte Gebäudehülle noch mit zusätzlicher Heizenergie aufgefangen werde, ist dies beim Passivhaus nicht mehr möglich. Die zur Verfügung stehende Heizleistung ist dafür zu gering.

Ist die Luftdichtheit eines Gebäudes nicht vorhanden, handelt es sich immer um einen Baufehler. Das gilt auch für ein Haus, das kein Passivhaus ist! Nur fällt dieser Baufehler dort nicht so auf, weil eine leistungsstarke Heizung zum Ausgleich bereit steht.

Die Forderung nach Luftdichtheit geht aus DIN 4108-7, DIN EN 13829 und der EnEV (Energieeinsparverordnung) hervor. Wird der Nachweis der Luftdichtheit z.B. mit einem Blower Door Test erbracht oder geplant, ergibt dies bereits bei der Vorplanung einen Bonus bei der Berechnung des Lüftungswärmebedarfs.

Bei fehlender Luftdichtheit kann die warme Innenluft unkontrolliert ins Mauerwerk und in Holzkonstruktionen strömen, kondensiert dort aufgrund des Temperaturgefälles aus und führt zu Feuchteschäden und Schimmelbildung.

Bei jedem Haustyp muß auf ausreichende Lüftung geachtet werden. Bei herkömmlichen Häusern geschieht das über Fensterlüftung. Allerdings sind die Luftwechselraten aufgrund zu seltener Fensterlüftung in herkömmlichen Häusern meist viel zu gering und es kann aufgrund der hohen Luftfeuchte in den Räumen ebenfalls zu Schimmel kommen.

Dieses Phänomen ist häufig zu beobachten wenn bei einer Altbausanierung neue (luftdichte) Fenster eingebaut wurden und die Bewohner ihre mangelhaften Lüftungsgewohnheiten beibehalten. Wenn es zu einer Schimmelbildung kommt, werden meist die neuen Fenster dafür verantwortlich gemacht. Sind sie irgendwie ja auch. Aber letztlich ist das zu seltene Lüften schuld.

Ist die Gebäudehülle luftdicht, müßte man alle paar Stunden die Fenster für 5 Minuten öffnen. Andernfalls sinkt die Luftqualität rapide ab. Ein so häufiges Lüften ist natürlich nicht praktikabel. Daher besitzt jedes Passivhaus eine Lüftungsanlage, die ständig Frischluft in das Gebäude führt.

Weil die Außenluft über einen Wärmetauscher von der Innenluft erwärmt wird, kommt es hierbei nur zu sehr geringen Wärmeverlusten.

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist somit unbedingt erforderlich und muß sehr sorgfältig bei jedem Bauschritt überwacht werden. Nur wenn ein Passivhaus luftdicht ist, kann es optimal funktionieren. Der Nachweis, ob ein Passivhaus ausreichend luftdicht ist, kann mit dem Blower-Door-Test erbracht werden.