Die Heizung im Passivhaus

Auch ein Passivhaus besitzt eine Heizung. Wenn das Passivhaus korrekt luftdicht und wärmebrückenfrei gebaut wurde, wird eine maximale Heizleistung von nur etwa 10 Watt pro Quadratmeter benötigt.

Erst diese geringe Heizlast ermöglicht die Heizung über die Zuluft. Bei höherem Heizungs-Bedarf würde es sonst zu Zugerscheinungen kommen. Daher kann eine Heizung über die Luft nur in einem Passivhaus und nicht in einem Niedrigenergiehaus oder in herkömmlichen Häusern funktionieren.

Bei 150 m² Wohnfläche werden daher im ungünstigsten Fall für die Heizung 1500 Watt benötigt. Das ist im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizung mit Gas oder Öl extrem wenig. Die Erwärmung der Zuluft der Frischluftanlage kann dabei auf zwei Arten geschehen:

1. Elektrisches Heizregister
Bisher wird häufig ein elektrisches Heizregister in die Lüftungsanlage hinter den Wärmetauscher eingefügt. Das ist auch eine sehr kostengünstige Variante der Heizung mit zugleich sehr geringem Bauaufwand. Allerdings wird dieses Heizregister meist mit Direktstrom versorgt, was natürlich ökologisch nicht gerade wertvoll ist. Vorteilhaft ist allerdings der sehr geringe technische Aufwand für die Heizung, die Zuverlässigkeit, die Wartungsfreiheit und die sehr geringen Investitionskosten.

Bei einem elektrischen Heizregister sollte man darauf achten, daß der Hersteller Maßnahmen zur Vermeidung von Staubverschwelung ergriffen hat. Weil die Luft bei den meisten elektrischen Heizregistern direkt an einem heißen Draht vorbeistreicht, ist die Temperatur des Drahtes deutlich höher als die gewünschte Lufttemperatur und Staubpartikel können hier verschwelt werden.

Die Verschwelung der immer vorhandenen Staubpartikel ist ein Gesundheitsrisiko. Wird die Luft indirekt beheizt, kann diese Gefahr vermieden werden. Der Wirkungsgrad des Heizregisters und damit der gesamten Heizung ist dann jedoch etwas geringer.


2. Warmwasserheizregister
Dafür braucht man logischerweise erstmal warmes Wasser. Daher für diejenigen interessant, die ohnehin einen Warmwasserspeicher planen, z.B. für die Solarthermie zur Brauchwassererwärmung oder bei der Pellet-Heizung .

Das Problem der Staubverschwelung ist bei der Heizung mit Warmwasser-Heizregister einfach zu verhindern. Man regelt per Thermostat die maximal mögliche Temperatur des Zulaufwassers. Rein physikalisch bedingt kann damit kein Teil wärmer sein als die Temperatur des Warmwassers und damit auch der durchströmenden Luft.