Dämmung im Passivhaus
Die Dämmung beim Passivhaus muß deutlich besser sein als beim Niedrigenergiehaus. Diese Wärmedämmung betrifft beim Passivhaus nicht nur die Wände und das Dach, sondern alle Komponenten der Gebäudehülle. Maßgebend für die Dämmung ist der U-Wert.
Der U-Wert oder auch Wärmedurchgangswert gibt an, wieviel Wärme durch eine Bauteil entweicht, wenn der Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen ein Grad beträgt. Für die Außenwände sollte beim Passivhaus ein U-Wert kleiner 0,15 angestrebt werden. Optimal ist ein U-Wert von 0,10.
Diese sehr gute Dämmung kann mit einer Vielzahl verschiedener Dämmstoffe erreicht werden. Es ist kein bestimmter Baustoff für die Dämmung beim Passivhaus physikalisch notwendig. Durch die verschiedenen Eigenschaften der Dämmstoffe ergeben sich unterschiedlich starke Wandstärken. Verallgemeinert kann man sagen, daß beim Passivhaus Dämmstoffe von 30 cm Stärke notwendig sind, was zu Wandstärken von 40 bis 50cm führt. Nur bei einer Müllbox kann man ausnahmsweise auf eine Dämmung vollständig verzichten.
Das Dach wird am besten mit einer kombinierten Aufsparren/Zwischensparrendämmung versehen, um den U-Wert von 0,1 zu erreichen. Eventuelle Solarzellen (Solarzellen-Firmen) oder Solarthermiemodule dürfen die Dämmschicht nicht verringern und müssen außerhalb der Dämmschicht angebracht werden.
Eine Dämmung mit einem U-Wert von 0,10 kann kaum mit einer Bauweise „Stein-auf-Stein“ realisiert werden, sondern mindestens mit einem zweischaligem Mauerwerk (z.B. Kalksandstein oder Porenbeton plus Wärmedämmverbundsystem, WDVS) oder als dreischaliges Mauerwerk wie es bei den sogenannten Schalungssteinen entsteht.
Der dreischalige Wandaufbau ist meiner Meinung nach der sinnvollste Wandaufbau für ein Passivhaus. Hierbei ist neben der dicken Außendämmung auch eine dünnere Innendämmung vorhanden. Dadurch können die Räume schnell und mit wenig Energie aufgeheizt oder gekühlt werden, da keine wärme- und kältespeichernden Wandflächen vorhanden sind. Die Räume kühlen aber auch entsprechend schnell wieder aus, wenn z.B. im Winter ein Fenster geöffnet wird.
Ein weiterer großer Vorteil beim Bau mit Schalungssteinen ist die innige Verbindung von Dämmung und tragendem Stahlbeton. Das Problem der Befestigung der Dämmung auf der tragenden Wand wie bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist hier optimal gelöst. Es gibt keine Schlitze, durch die Wasser eindringen könnte oder Luft, die die Dämmung hinterspült und diese unwirksam macht. Auch sind Wärmebrücken durch den definirten Aufbau viel leichter zu vermeiden.
Zudem sind die Schalungssteine ideal für den Bau mit hoher Eigenleistung, da die Steine sehr leicht sind und einfach zu verarbeiten sind. Sie werden nicht auf Paletten geliefert, sondern aufgrund ihres geringen Gewichtes nur als in Folie eingeschweißtes Paket. Der Transport zur Baustelle kann daher zu Fuß erfolgen, was insbesondere hilfreich ist, wenn der Abladeplatz etwas von der eigentlichen Baustelle entfernt liegt. Die Schalungssteine werden nach dem Zusammenstecken einfach mit Beton vergossen. Damit sind Dämmung und Wand unzertrennlich verbunden.