Passivhaus: Das bessere Niedrigenergiehaus

Auf passivhaus-konkret.de finden Sie meine gesammelten Tips und Tricks zur Planung und zum Bau von einem Passivhaus. Die meisten Tips lassen sich allerdings auch auf ein Niedrigenergiehaus anwenden. Auch finden sie Hinweise, wo sie den Preis drücken können und wo besser nicht.

Um den Preis von einem Passivhaus niedrig zu halten sollte nur soviel Technik wie nötig eingebaut werden. Schließlich soll das Passivhaus nicht zu einer „Wohnmaschine“ werden. Nach meinen bisherigen Kalkulationen muß der Preis für ein Passivhaus nicht höher sein als für ein Niedrigenergiehaus. Günstig ist hierbei  die vereinfachte Heizung beim Passivhaus - die überhaupt ein großer Vorteil gegenüber dem Niedrigenergiehaus ist.

Mit dem Thema Passivhaus beschäftige ich mich seit mehreren Jahren und es haben sich mittlerweile reichlich Informationen angesammelt, die sicher auch anderen von Nutzen sein können. Nichts ist ärgerlicher als wenn man nach dem Bau sagen muß: „Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich das anders gebaut...“.

Ich bin immer auf der Suche nach Bauweisen, die einzelne Gewerke beim Passivhaus oder Niedrigenergiehaus weiter vereinfachen, beschleunigen oder im Preis zu drücken - ohne die Qualität negativ zu beeinflussen.

Viele Gewerke werden heute noch häufig wie vor 100 Jahren ausgeführt – mit unnötigem Aufwand an Material, körperlicher Arbeit, Kosten und Zeit. Nicht nur für Architekten sondern auch gerade für Selberbauer oder Bauherren, die eine hohe Eigenleistung und damit günstigere Baufinanzierung (z.B. über Baufi24.de ) wünschen, sind die neuen Baumethoden interessant.

Für fast alle Gewerke existieren heute Systemteile oder Bausätze, die auch der Selberbauer schnell, günstig und mit technisch sehr guter oder sogar besserer Qualität verarbeiten kann. Das gilt für Bauelemente außerhalb der thermischen Hülle genauso wie für thermisch relevante Bauteile wie Fenster und Türen. Gerade beim Passivhaus empfiehlt es sich, Bauteile zu verwenden, die auf der Baustelle genau wie vorher berechnet und geplant verbaut werden können und möglichst wenig Spielraum für "kreative Spontanlösungen" durch ahnungslose Hilfskräfte zulassen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Bodenplatte : Herkömmlich gebaut wird sie mit Resthölzern verschalt, planlos gedämmt und aufwendig, aber nur halbwegs gleichmäßig, bewehrt.

Bauphysikalisch einwandfrei, reproduzierbar und schnell verarbeitet sind dagegen Systembodenplatten aus Schaumelementen, die mit Stahlfaserbeton ausgegossen werden. Diese gibt es mittlerweile auch mit den geringen U-Werten wie sie beim Passivhaus gefordert werden.

Neben einer baupysikalisch möglichst optimalen Ausführung stellt sich die Frage nach der optimalen Haustechnik. Auf diesen Seiten soll gezeigt werden, welche Komponenten für ein Passivhaus wirklich notwendig sind, welche zu teuer oder zu aufwendig sind und bei welchen Gewerken besondere Sorgfalt erforderlich ist.

Ein Passivhaus kann auch mit weniger Technik als ein Niedrigenergiehaus hervorragend funktionieren. Die wenige Technik sollte qualitativ hochwertig und gut gedämmt sein. Insbesondere wenn man doch noch zusätzlich Solarthermie einsetzen möchte, sollte man gute Qualität mit langer Garantiezeit nehmen. Mit weniger Technik ist auch der gesamte Kapitalbedarf geringer und eine günstige Baufinanzierung möglich. Zudem gibt es kaum noch Verschleißteile im Haus, die zu ersetzen wären. Zusätzliche Technik hat ihren Preis und hat mehr mit Ökologie als mit Bauphysik zu tun. Hierbei muß jeder seinen individuellen Mittelweg zwischen Ökonomie und Ökologie finden. Technik wird nur noch zur Verbesserung der Lebensqualität im Bedarfsfall eingesetzt wie z.B. ein Treppenlift. Dieser kann beim Neubau zumndest schon vorgesehen werden, indem das Treppenhaus nicht zu eng geplant wird.

Auch wenn das Passivhaus entgegen landläufiger Meinung in jedem Fall eine Heizung braucht, kann die Luft per Heizelement direkt beheizt werden oder z.B. eine Niedertemperaturheizung in Form einer Wand- oder Fußbodenheizung eingesetzt werden. Einer Überhitzung im Sommer kann einfach per Sonnensegel oder Sonnenschutzfolien entgegen gewirkt werden. Solch eine Oberflächenschutzfolie gibt es als permanente oder wiederlösbare Variante. Mit der zwingend notwendigen Frischluftanlage wird auch gleichzeitig verhindert, daß Pollen ins Haus gelangen.

Obwohl das Passivhaus eigentlich nur ein besseres Niederigenergiehaus ist, scheint das Niedrigenergiehaus ungerechterweise einen besseren Ruf zu haben. Gerade beim Thema Passivhaus stößt man immer wieder auf viel Halbwissen. Das ist insofern problematisch, weil das Passivhaus keine Baufehler verzeiht. Der Vorteil beim Passivhaus beruht vor allem auf dem geringen Heizenergiebedarf. Dieser Vorteil kann aber durch falsche Planung und Ausführung schnell zu Nichte gemacht werden.